Am Sonntag, 16. November 2014
spielten wir in der Christuskirche in Leverkusen-Wiesdorf.
Solist am Klavier: Roman Salyutov.

Musikalische Leitung und Moderation:
Ulrike Rocholl

Am 16. November war Volkstrauertag. Da spielten wir ein innig beseeltes Konzert mit einer klanggewaltigen Haydn-Sinfonie am Schluss.


Das war unser Programm:
Luigi Cherubini (1760 - 1842):
Marche funèbre, Trauermarsch anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für den in Paris ermordeten bourbonischen Herzog von Berry

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791):
Klavierkonzert in d-moll, KV 466,
Solist Roman Salyutov.

Pause

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Fantasie c-moll, KV. 475 für Klavier solo
Solist Roman Salyutov.

Joseph Haydn (1732 - 1809):
Sinfonie Nr. 100 G-Dur, "Militärsinfonie"


Unser diesjähriges Herbstkonzert stand ganz unter dem Eindruck des Aufführungstages,dem Volkstrauertag.
Dramatisch eröffnet haben wir es mit dem Marche Funèbre, dem Trauermarsch, von Luigi Cherubini auf den Tod von Karl von Artois, dem Herzog von Berry. Bei den konservativen die Symbolfigur der guten alten Zeit. Bei den normalen Bürgern der verhasste Repräsentant der alten Aristokratie. Als nach der Julirevolution von 1830 am 14. Februar 1831 in der Pariser Kirche St.-Germain eine Gedächtnismesse für ihn stattfand, kam es zu einem gewalttätigen Massenprotest, in dessen Verlauf die Kirche St-Germain verwüstet und der Bischofspalast bei der Kathedrale Notre-Dame völlig zerstört wurde. Welch ein Rahmen für diese großartige Musik.

Dann erklang in unserem Konzert mit dem Klavierkonzert KV 466 von W. A. Mozart ein besonders herausragendes Stück dieser Gattung. Natürlich ist dieses Klavierkonzert keine Trauermusik, aber seine Tonart d-moll ist in der Musiksprache der Mozart-Zeit die des Todes, der Trauer und auch des Ausdrucks großer dramatischer Gefühle. So verwendet Mozart das d-moll in seinem Reqiem und an den dramatischsten Stellen im Don Giovanni. Dieses Klavierkonzert gilt als das erste "sinfonische" Konzert seiner Gattung.

Roman Salyutov.
Mozart selbst spielte den Solopart bei seiner Uraufführung. Beethoven, auf den diese Musik schon vorausahnend hinzuweisen scheint, hat dieses Konzert ganz besonders geliebt und dafür sogar zwei Solokadenzen geschrieben.
Solist war der 1984 in Petersburg geborene Pianist Roman Salyutov, der sich in unseren Landen auch durch seine Vorträge über Musik und als Dirigent einen Namen gemacht hat. Roman Salyutov hat für dieses Konzert eine eigene Solokadenz geschrieben und natürlich hier zum Klingen gebracht. Mozart selbst hatte bei der Uraufführung seine Solokadenz improvisiert und auch später nie zu Papier gebracht.

Nach der Pause hörten wir dann Roman Salyutov mit einem der bekanntesten Klavierwerke Mozarts, der c-moll Fantasie, bevor die klanggewaltige Sinfonie Nr. 100 von Joseph Haydn den Abend beschloss. Sie wird auch "Militärsinfonie" genannt, weil in einigen Episoden ein militärisches Instrumentarium zum Einsatz kommt und außerdem hier und da die Angst und die Unsicherheit der Menschen in Kriegszeiten anklingt - ein spannungsreiches, großartiges Werk der Hochklassik! Der Morning Chronicle berichtet von der zweiten Aufführung am 9. April 1794 in London: „ ... und der mittlere Satz wurde wieder mit uneingeschränkten Beifall-Rufen begrüßt. Zugabe! Zugabe! Zugabe! Erscholl es von jedem Platz: Selbst die Damen wurden ungeduldig. Es ist das Anrücken zum Gefecht, der Marsch der Männer, das Geräusch des Ladens, der Donner des Beginns, das Klirren der Waffen, das Stöhnen der Verwundeten und das, was man als das höllische Gebrüll des Krieges bezeichnet – gesteigert zu einem Höhepunkt von scheußlicher Eindringlichkeit!, die, wenn andere sie sich vorstellen können, nur Haydn allein ausführen kann; denn er allein hat bislang dieses Wunder erwirkt.“


Sonntag 16. November 2014, 17:00,
Christuskirche, Leverkusen Wiesdorf.


Kommen Sie zu uns, auch das nächste Konzert
wird bestimmt wieder großartig.

Klangbeispiele